Burgruine Ratzenried

Zur Verwaltung und Verteidigung des St. gallischen Besitzes wurde vermutlich am Anfang des 12. Jahrhunderts die Burg Ratzenried erbaut. Ein Ortsadel "von Ratzenried" wird um 1180 und 1269 erwähnt. Um 1220 wurde die Burg grundlegend umgebaut. Nach dem Aussterben des Ortsadels saß das Geschlecht der Esel von Ratzenried auf der Burg, dann in raschem Wechsel die Unrain von Ratzenried, Johann von Molbrechtshausen und seit 1369 Konrad von Stegen. Dieser ständige Herrschaftswechsel wurde fortgesetzt durch die Sürgen, Praßberg, Königsegg, Stüdlin und Hirnheim.

1453 erwarb Jos Humpiß aus Ravensburg, Mitinhaber der großen Ravensburger Handelsgesellschaft, das St. Gallische Lehen von Ratzenried - Burg und Höfe - für 5.800 Gulden. Um 1500 renovierten und erweiterten die Humpiß die Burg um 11.000 Gulden und bauten sie zur "größten Dienstmannenburg des Allgäus" (F.L.Baumann) aus.

Auch der heute noch sichtbare Grundriss mit einer Länge von circa 220 Metern und einer Breite von circa 75 Metern bezeugt die Mächtigkeit der früheren Burg mit ihren drei Teilen und drei Brücken.

Schloss Ratzenried 1580

Die prächtige Burg wurde am 08. Mai 1632 von den Schweden zerstört. Der Schaden an der Burg wurde auf 80.000 Gulden beziffert; hinzu kamen die Schäden an Hausrat, Geschirr und Kirchenschätzen im Wert von 20.000 Gulden.

In den folgenden Jahrhunderten entstand manches Haus in Ratzenried aus Baumaterialien, die von der Burgruine stammten. Doch noch 1841 zählte die Burgruine zu den "herrlichsten, ausgedehntesten und sehenswürdigsten Ruinen des Königreiches Württemberg" (Beschreibung Oberamt Wangen). In der Folge kamen weitere Zerstörungen durch Witterungseinflüsse und mutwillige Beschädigung hinzu.

Zur Renovierung der Burg

Seit der Gründung des Heimatvereins Ratzenrieds im Jahre 1983 ist der weitere Verfall der Burg gestoppt. 1985 schuf ein Dienstbarkeitsvertrag zwischen Graf Waldburg-Zeil, dem Heimatverein Ratzenried, der Gemeinde Argenbühl und dem Landkreis Ravensburg die rechtliche Grundlage für die anstehende Sanierung und machte den Heimatverein Ratzenried auf die Dauer von 50 Jahren zum Besitzer der Burganlage. Nach umfangreichen Sicherungsarbeiten im Jahre 1984 begannen die eigentlichen Sanierungsarbeiten im August 1985 unter der Bauherrschaft des Heimatvereins.

Für die enormen Eigenleistungen von Vereinsmitgliedern in Höhe von rund 5.800 reinen Arbeitsstunden (ohne Verwaltung) bei der Burgsanierung wurde der Heimatverein Ratzenried 1991 als vorbildliche kommunale Bürgeraktion in Baden Württemberg mit einem Hauptpreis ausgezeichnet. Dieses bürgerliche Engagement zählt sicherlich auch zu den Superlativen der Burgruine.

Information:

Die Zufahrt zur Burgruine ist beschildert. Die Anlage ist ständig zugänglich.

Führungen nach Vereinbarung unter
Tel. 07522/5282 bzw. 3902.

Burgruine Ratzenried

Die Zufahrt zur Burgruine ist beschildert.
88260 Argenbühl
Ortsteil: Ratzenried

Führungen nach Vereinbarung.

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Öffnungszeiten

Die Anlage ist ständig zugänglich.